EINBLICKE! Der Weg zur Spiegelberger Stiftung | Hamburg.


Sie kuratieren Museen, betreiben Galerien, sammeln mit großer Leidenschaft und haben ihr Wirken in der Welt der Kunst. Die Reihe EINBLICKE! gewährt Zugänge zu Sammlungen, Stätten der Kultur und portraitiert Persönlichkeiten des internationalen Kunstbetriebes.

Vom sammeln, kuratieren und fördern in der Kunst. Der Hamburger Unternehmer Rene S. Spiegelberger skizziert seinen Weg in die Stiftungsgründung.

VON RENE S. SPIEGELBERGER | Photo © Spiegelberger Stiftung

Alleinstellungsmerkmal Kunstfreude

Meine Gymnasialzeit lag in den Neunziger Jahren, mit den Leistungskursen Deutsch und Kunst. Die Rechnung, die Allgemeine Hochschulreife mit malen und meiner Muttersprache zu erlangen, ging auf … und die einhergehende Ermangelung der Erfordernis jeglicher Abiturvorbereitungen verschaffte mir die meiste Freizeit meiner gesamten Schulzeit. Kunst war bei mir ab der Sexta so etwas wie eine Passion und mit Freude nutzte ich das monatlich sich erneuernde Angebot unserer Kunstlehrer, sich die im Kurs begehrte und prominent auf dem Pult platzierte Zeitschrift ART auszuleihen. Woher die Neigung kam kann ich nicht wirklich klar eingrenzen. Sicherlich spielte der Umstand mit hinein, dass ich früh erkannte, dass es mir hier, wie auch im Sport oder ab der Mittelstufe in der Philosophie gelang, was sich mir in nahezu allen anderen Fächern, insbesondere in Musik, Latein, Physik oder gar Chemie als Option verschloss, sich von den Klassenkameraden abzugrenzen und somit die begehrten Mitschülerinnen des Jahrgangs zu beeindrucken. 

Elterliche Klassifizierung

In meinem Elternhaus hingen jedenfalls lediglich die in den siebziger Jahren beliebten Reproduktionen von Gemälden Carl Spitzwegs und das eine oder andere künstlerisch erkennbar weniger beachtenswerte Ölgemälde von einem Familienausflug eines Künstlermarktes der Kanaren … oder hausierenden Kunststudenten, von denen meine Mutter wohl eher aus Mitleid als Begeisterung etwas an der Haustür erworben hatte. Ein Konvolut unter anderem von Zangs-, Dreher- und Beuys-Arbeiten, die mein Vater unter Verschluss hielt, spielten wohl auch für ihn keine relevante Rolle und fanden in meiner Kindheitswahrnehmung daher nur schemenhaft statt. Wie auch andere mit wechselndem Erfolg betriebene Investitionen betrachtete er sie in den Tagen gut laufender Geschäfte als Anlagediversifikation und klassifizierte sie deshalb zwar oberhalb der zum Höchstkurs der 80er Jahre erworbenen Silberbarren, dennoch deutlich unterhalb der den Weinkeller füllenden Regalmeter exquisiter Bordeaux-Jahrgänge. Erst Jahre später sollten sie für mich zu einem interessanten Kreisschluss führen und mich nachhaltig erfreuen. Erinnern kann ich mich hingegen noch, dass die Ermangelung der Märchenbuchlektüre, die mir in Kindertagen gleichermaßen gruselig erschien wie heute der Tatort, zum regelmäßigen Blättern in handelsüblichen Kunstlexika führte. Meine Mutter ermunterte mich in meinem Interesse durch regelmäßiges Wahrnehmen von Ausstellungs- und Museumsbesuchen, ohne der zeitgenössischen Kunst dabei jedoch eine wirkliche Existenzberechtigung zubilligen zu wollen. 

Ikonen der Jugend

Eine mehr zufällige Begegnung mit dem US-Star und Wegbereiter Keith Haring, die ich ebenfalls meiner Mutter verdankte, könnte ich rückblickend als Schlüsselerlebnis bezeichnen. Die bunte Welt der amerikanischen Pop-Art passte dann zu meiner jugendlichen Idee von cooler Kunst, dem Walkman und dem daraus dröhnenden Elektropop-Sound. Zwangsläufig konnte die Begeisterung für Warhol, Lichtenstein, Rauschenberg, Hockney, Johns, Oldenburg, Rosenquist, Katz oder Wesselmann nicht wesentlich geringer ausfallen. Bis auf Warhol sollte ich ab Anfang der 90er Jahre noch Gelegenheit bekommen, außer dem bereits 1986 verstorbenen Andy, noch alle diese Superstars des Pop persönlich auf den Vernissagen und Pressekonferenzen zu erleben, zu denen ich mir als Schüler mit einem im Sekretariat gestalteten Schülerzeitungspresseausweis, gemeinsam mit meinem damaligen Freund Florian, Zugang verschaffte. Wir machten uns einen Sport daraus auf skurrilen Wegen im Vor-Internet-Zeitalter alte Siebdruck-Plakate zu ergattern und uns diese von unseren Helden signieren zu lassen. Ein Artikel in unserer Schülerzeitung ist meines Wissens nach jedoch nie erschienen, sofern Florian diesen nicht ohne mein Wissen verfasst hat. 

Besuch der Art Basel. Rene S. Spiegelberger im Dialog mit dem deutschen Künstlerpaar EVA & ADELE, das für ihre Performancearbeiten internationalen Ruhm erlang. | Photo © Spiegelberger Stiftung

Die ART auf dem Lehrerpult . . . der tickende Kunstvermittler

Da war noch das Phänomen mit der ART und den weiteren Magazinen auf dem Lehrerpult. Diese hatten irgendwie alle mit Beuys zu tun, der über die Freundschaft zu Warhol und dessen Diamantstaubportraits von ihm automatisch mit in meine Hall of Fame überführt wurde. Sie hießen Polke, Richter, Lüpertz, Baselitz, Immendorff, Kippenberger, Richter, Penck, Walther oder Kiefer und ließen sukzessive die Intensität der grellen Farben der Amerikaner verblassen. 

Auch endete 1993/1994 der Swatch-Boom, der mich noch enger mit der Kunst verbunden hatte, da Künstler wie Keith Haring, Mimmo Paladino, Kiki Smith oder Sam Francis für die Szene begehrte Sammlerstücke kreierten. Zwar sollte ich mit hunderten der Schweizer-Plastikuhren in dieser Zeit einen herben wirtschaftlichen Mißerfolg landen, konnte mir dies dennoch eigentlich nicht einmal selbst wirklich verübeln. Ich war zu damaligem Zeitpunkt einer der jüngsten Sammler und Händler in dieser Szene. 

The early years: Roy Lichtenstein (*1923-1997) und Rene S. Spiegelberger vor dem Hotel Vier Jahreszeiten, Hamburg. | Photo © Spiegelberger Stiftung

Dank eines Kunsthändlers aus der Nachbarhanse Bremen hatte ich bereits einige meiner Erträge der zahlreichen Uhrenmessen, die ich dank der gebührenpflichtigen Unterstützung meiner Klassenkameraden sowie meines bis dahin stolzen Unternehmervaters, auf den allwochenendlich stattfindenden Uhrenmessen in Zeichnungen, Graphiken, Subwaydrawings und vor allem Künstlerplakate umgeschichtet. Der Händler faszinierte mich und passte in mein Bild von Kunst, die alles andere war, als das was mich an dörflicher Idylle daheim umgab. Er war ein harter Rocker der alle Klischees erfüllte. Sobald es um die Kunst ging, entpuppte er sich jedoch zum ausgewiesenen Kenner und sensiblen Betrachter der Objekte. Während mich mein Swatch-Freund Marcus bereits die Regel: ‚Die besten Künstler und von denen die besten Bilder‘ gelehrt hatte, ergänzte er in stillem Einverständnis: ‚Aber nur von bester Provenienz und in tadellosem Zustand‘. Eine dreiteilige Dokumentation über die wichtigsten Swatch-Messen und Auktionen am Beginn des Jahrzehnts zum ersten Megatrend im Zeitalter von Pagern, Faxgeräten und riesigen C-Netz-Mobilfunkknochen hatte mich zu so etwas wie einem Maskottchen der Szene gemacht. Nicht nur mein extravagantes Äußeres, sondern auch mein Geburtsjahrgang, der mir regelmäßig schmerzlich vor Augen führte, dass meine Mobilitätsoptionen in den Kategorien Mofa – 80er-Roller- Auto gefühlt unverrückbar auf Stufe eins verharrte, hatten hierzu ihren Beitrag geleistet. Die monetäre Bauchlandung in einem riesigen Haufen bunten tickenden Plastiks wurde zwar von mittlerweile für einen jungen Teenager recht stattlichen Tagesgagen bei unterschiedlichsten Filmdrehs, Funkspots und Synchronsprechjobs kompensiert, dennoch schmerzte der Malus eines ersten großen Rückschlags schon immens. 

1 | Rene S. Spiegelberger in Begegnung mit dem Meister des Verhüllens. Der Jahrhundert-Künstler CHRISTO (*1935-2020) verhüllte u.a. im Jahre 1995 den Reichstag in Berlin. 2 | Im Dialog mit Joseph Beuys Experte Siegfried Sander, Inhaber der Multiple Box Hamburg. 3 | Im „shooting“ mit dem enfant terrible des deutschen Kunstbetriebs Jonathan Meese. | Photo © Spiegelberger Stiftung

Von Amerika zum Kunstweltmeister

Der perfekte Zeitpunkt für einen Schwenk von Warhol zu Beuys oder von Lichtenstein zu Kiefer. Weniger Bling-Bling, aber dafür viele leise Töne und Kunst mit Vergangenheit, etwas Mythenzauber und aussichtsreicher Zukunft. Erstmals lernte ich zu dieser Zeit, dass es nicht nur im Tennis eine Weltrangliste gibt, sondern dass auch das Magazin Capital einen international anerkannten Kunstkompass verfasste. Da die Tage von Steffi und Boris als deutsches Dream-Team auf den Center-Courts der Welt bereits abgelaufen waren, begann ich mich dankbar an Richter, Baselitz oder damals auch noch Polke auf den vorderen Plätzen in diesem Ranking zu erfreuen. Erstaunlicherweise wissen bis heute die wenigsten, dass Deutschland nunmehr seit Jahrzehnten vor den USA und Großbritannien Weltmeister in der zeitgenössischen Kunst ist. Verantwortlich dafür ist vor allem derjenige, der nach dem zu frühen Tod des Erfinders Willi Bongard seine Frau Linde ermunterte, die Arbeit fortzuführen und den Kompass weiter zu entwickeln – Joseph Beuys. Wenn auch nicht alle, so sind doch die meisten der älteren Garde der deutschen Top 100 Künstler mindestens mal in seiner Klasse an der Düsseldorfer Akademie zu Gast gewesen, waren vielfach sogar Meisterschüler oder geben zumindest zu Protokoll, über seine Persönlichkeit und sein Oeuvre maßgeblich vom Wirken des Schamanen der Kunst – vielleicht eines der letzten Universalgenies des ausklingenden Jahrtausends – beeinflusst zu sein. Mich faszinierte das und ich begann mich zu fragen, warum gerade unsere Stars zumindest im Klassenraum des Gymnasiums im stormarnschen bei Hamburg das Schicksal des sprichwörtlichen Propheten im eigenen Lande fristeten. 

>> Die Aufgabe unserer Stiftung ist es für die Kunst zu begeistern. Begeisterung inspiriert, bereichert, beflügelt: Schaffende, Sehende . . . Alle. <<

Rene S. Spiegelberger

Ein Mangel definiert die Stiftungsidee mit drei Säulen

Später lernte ich von Kunsterziehern quer durch die Republik, dass es wohl in einigen Bundesländern noch heute keine Ausnahme ist, dass das offizielle Unterrichtsmaterial für zeitgenössischen Kunst auf die US-Stars der 70er reflektiert. Wenn es also tatsächlich auch noch zum Beginn des 21. Jahrhunderts so war, dass Schülern die Freude an Kunst hatten etwas mit dem Etikett ‚zeitgenössisch‘, ‚contemporary‘ oder gar ‚aktueller Kunst‘ verkauft wurde, dass vom anderen Ende der Welt kam und zwei Generationen alt war, dann stimmte in Deutschland im Informationszeitalter mit unserer Weltklassekunst vor der eigenen Haustür etwas nicht. 

Für die Idee einer ersten Mission für den Stiftungszweck, der 2007 gegründeten Spiegelberger Kunststiftung, bedurfte es jedoch noch eines weiteren Puzzlesteins. Die Information, dass viele Kunstinteressierte eine ähnliche Erfahrung mit der ART auf dem Lehrerpult ihrer Schulzeit gemacht hatten lieferte mir diesen. Tatsächlich, so erfuhr ich auf Nachfrage bei einigen Kunsterziehern hatte das Verlagshaus Gruner + Jahr der Nation einen Dienst erwiesen und allen Kunstlehrern das Angebot unterbreitet, dieses nicht gerade günstige Monatsmagazin kostenlos in ihre Schule geliefert zu bekommen. Engagierte Kunstlehrer, das Pult im Unterrichtsraum und die interessierte Schülerschaft entfalten einen nachhaltigen Multiplikator, wie ein Verlagshaus es sich von seinen mit Freieinweisungen belegten Adressaten besser nicht wünschen könnte. Die Grundidee unserer Stiftung war hierauf fußend einfach. Nachdem ich gelernt hatte, dass zum damaligen Zeitpunkt 50 Gramm das Maximum für eine Beilage waren und ich über meine unternehmerische Verlagserfahrung wusste, dass eine der führenden Kunstzeitschriften natürlich nicht bloß Lehrer sondern auch Kunstvereins- sowie Museumsleute, Kunstkritiker, Feuilleton-Redakteure und andere spannende Persönlichkeiten mit ihren Freieinweisungen versorgen würde, mussten wir unsere Inhalte nur noch dieser Gewichtsrestriktion anpassen und mit den anderen Anforderungen kombinieren. Wie lauteten diese? Im Sinne des Stiftungszwecks wollten wir nicht nur die Kunstvermittlung an Schulen mit aktuellen Inhalten voran treiben, sondern auch in Deutschland lebende und arbeitende Künstler, mit einem herausragenden Werk welches den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit vertragen konnte, einen Katalysator für die öffentliche Wahrnehmung ihrer Arbeit bescheren. Zudem galt ich mit unter dreißig Jahren auch zum Zeitpunkt der ersten Pläne für unsere Stiftung noch als junger Sammler. Da junge Sammler traditionell nach möglichst unikatärer Kunst, aufsteigender Künstler, die als Insider-Tipps gelten und noch bezahlbar sind Ausschau halten, weder die Shops in den Museen noch die Kunstvereine oder die einschlägigen Magazine diese Aufgabe aus meiner Perspektive ernst genug nahmen, dass ich mit diesem Angebot zufrieden war, stand hiermit für mich die dritte Säule unseres Konzepts. 


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Unikat-Magazin: Gewinn für Künstler, Schüler & Sammler 

In Kürze lautet dies: Wir legen die Künstlermonographien-Reihe Unikat auf. Unsere Künstler gelten als Geheimtipps der Sammlerszene und wir liefern eine vollwertige Monographie, die im A5 Format nur 50 Seiten umfasst, um die 50 Gramm Beilagen-Restriktion nicht zu reißen. Die Unikat-Künstler profitieren von der gigantischen Auflage und Reichweite die jedes Kunstbuch um ein vielfaches übertrifft und den Verkauf einer zumeist seriellen unikatären Werkreihe, die unserer Broschüre den Namen gibt und die junge Sammler vor Begehrlichkeit nervös werden lässt. Zudem ist der Inhalt mit einem kunsthistorischen Einführungstext, einer Werkschau, einem Interview und einer Vita angereichert. Von diesem Stiftungsprojekt profitieren also nicht lediglich die Schüler, sondern auch Künstler und Sammler. Zudem haben viele Lehrer das Modell sofort verstanden und unser Angebot, den Schülern das Magazin kostenlos zukommen zu lassen, angenommen. Heute beziehen mehr als 165 Schulen regelmäßig unsere Klassensätze und gestalten damit ihren Kunstunterricht. 

 Publikation „Unikat“ vol. 1 – Berliner Urban Art Künstler „XOOOOX“. Mit der Reihe Unikat bietet die Stiftung einen Monographien-Zyklus junger Künstler, die häufig Konventionen trotzen und auf besondere Art für Aufsehen in der Kunstszene sorgen. | Photo © Spiegelberger Stiftung

Freunde, Unterstützer & Zustifter

Großzügige Zustiftungen von Werken, wie zuletzt der über 140 Arbeiten umfassende Zugang des Kölner Sammlers und Galeristen Klaus Benden ermöglichen es neben der Unterrichtsaufbereitung kunsthistorisch relevanter Strömungen wie der Zero-Art durch zahlreiche bedeutende Arbeiten beispielsweise von Herbert Zangs, Christian Megert, Angelo Savelli oder Ferdinand Spindel, Schulklassen in der Stiftungssammlung mit Originalwerken aus dieser Zeit in Kontakt treten zu können. Ein Erlebnis, dass kein Katalog und kein Online-Guide jemals ersetzen kann. Flankiert wird dieser Fokus von langjährigen Freunden der Stiftung wie der Berliner Sammlung Kämpf, die mit musealen Werken von beispielsweise Otto Piene, Heinz Mack oder auch Georg Karl Pfahler hilft, wichtige historische Positionen kontinuierlich und in fortwährender Abstimmung ausbauen zu können. Ähnliche Unterstützung erfährt die Stiftungssammlung bei aktuellen kunsthistorisch relevanten Positionen wie von Simon Schubert aus der Sammlung Moor aus Bielefeld, von dem bereits zahlreiche Werke ihren Weg in den Stiftungsbestand fanden. Aber auch die Kooperation mit dem Auktionshaus Van Ham, dass seit der Ausgabe Unikat X unserer Monographien-Reihe kontinuierlich ihren Katalogaussendungen beilegen und so mit dafür Sorge getragen haben, dass in den vergangenen 12 Jahren insgesamt eine Dreiviertelmillion Künstlermonographien Ihren Weg zu Kunstfreunden, Galeristen, Kuratoren und die Schulen fanden. Ebenfalls an die Wirkkraft unserer Arbeit glauben namhafte Institutionen, wie die Familienstiftungen Darboven, Karan, Toepfer oder Würth, die uns gleichermaßen wie einige führende Galerien wie beispielsweise Thaddaeus Ropac (Salzburg) mit ihrem Engagement begleiten. Auch die Zustiftungen von Werken aus Künstlerbeständen, wie unter anderem von Leiko Ikemura, Franz Erhard Walter, Herman de Vries oder vielen unserer Unikat-Künstler, sind zu nennen. Ihnen allen gilt ein herzliches Wort des Dankes!

1 | Im Atelier: Rene S. Spiegelberger im Interview mit Künstler Robert Longo. 2 | Wahrnehmen und reflektieren: Eine Schulklasse zu Besuch in den Räumlichkeiten der Stiftung. | Photo © Antonia Haufler, Spiegelberger Stiftung

Stiftungssammlung als Kunsterlebnis

In ihren neuen Räumen im ältesten Hamburger Kontorhaus, dem Burstahhof im Herzen Hamburgs zwischen Rathaus und Galerienhaus Admiralitätsstraße wird es ergänzend zu neuen Ausstellungsoptionen zudem ein Atelier geben, dass sowohl Künstler als auch Schulklassen zusammen mit Stiftungskünstlern oder Lehrern nutzen können. Aber auch wenn der Verteiler wächst, das Künstlerprogramm stetig im Ausbau begriffen ist und die öffentliche Wahrnehmung erfreulich steigt, gibt es dennoch Raum für ambitionierte Ziele und Wünsche. Nachdem in den vergangenen Jahren bereits zwei Stiftungsgründungen mit gleichem Stiftungszweck aus der unseren hervor gegangen sind, sollten hier noch möglichst viele nachfolgen und sind teils auch bereits in der Gründung begriffen. Der Grund dafür ist einfach. Was in der freien Wirtschaft einen Wettbewerbsfall darstellt ist im Stiftungswesen ein Glücksfall, denn viel hilft viel. Desto mehr Stiftungen mit dem Stiftungszweck Sammlungsaufbau, Kunstvermittlung und Künstlerförderung gegründet werden, desto mehr Projekte, Kunst oder Künstler können gefördert und Kunstvermittlung ermöglicht werden.

Kunst wirkt . . . 

Die bildende Kunst ist neben der Musik, der Literatur, den darstellenden Künsten und der Philosophie eines der wichtigsten Charakteristika und Pfeiler unserer auf einem humanistisch, christlich-jüdischen, westlichen Wertefundament fußenden Selbstverständnisses. Sie zu verbreiten, für sie zu sensibilisieren, sie zu fördern und zu vermitteln stärkt die Freiheit, den Liberalismus und vielleicht etwas pathetisch gesprochen den Frieden in unserer Zeit, denn der Kunstmoment ist unbestritten ein Moment Reinen Herzens. Mir persönlich stiftet sie vergleichbar einem geliebten Menschen Sinn, stellt und beantwortet mir die wichtigsten Fragen, hat meine volle Aufmerksamkeit, Liebe und Leidenschaft. Sie erhellt mir die dunklen Tage und motiviert mich zum Lächeln . . . selbst in den seltenen Fällen, wenn mir einmal nicht danach ist.

Photo © Spiegelberger Stiftung

Großer Burstah 38, 20457 Hamburg | www.spiegelberger-stiftung.de


 

chahil

Andre chahil

Art & Critique | Interviews | Boulevard

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